
Die grenzflächenaktiven (tensidischen) Eigenschaften von Tylose beruhen auf der chemischen Struktur von Celluloseether-Molekülen, insbesondere in der gleichzeitigen Anwesenheit hydrophiler und hydrophober Gruppen. Die Grenzflächenaktivität von Celluloseether-Molekülen nimmt mit steigender Zahl hydrophober Gruppen zu. So sind in wässriger Lösung vor allem Tylose MH- und Tylose MO-Typen grenzflächenaktiv, während dieser Effekt bei Tylose H-Typen deutlich schwächer ausgeprägt ist. Tylose MH-Typen senken die Grenzflächenspannung von Wasser (72 mN/m) beispielsweise größen- ordnugsmäßig um 20 mN/m und Tylose H-Typen um ca. 10 mN/m.
Eine besondere Auswirkung der Grenzflächenaktivität von Methylcellulosen ist deren ausgeprägte Neigung zum Schäumen. Die Stabilisierung von Luftporen ist in mineralischen Mörtelsystemen oftmals erwünscht und gewährleistet ein „geschmeidiges Verarbeiten“.